Nach den modernen Megastädten mit ihren Glasfassaden, Menschenmassen und Lichtermeeren führte uns die superschnelle (pünktliche) Bahn in eine andere Welt (560 km, 2:38 min, 42 €/Pers 1. Klasse). Hinein in eine Landschaft, die wirkt, als sei sie direkt aus einem alten chinesischen Märchenbuch gefallen. Wir hatten uns 3 alte malerische Orte ausgesucht, die wir uns näher anschauen wollten.
Bahntickets kauft man bequem (in Englisch) über die App „Alipay“ oder die Bahnapp „铁路12306“. Aber man bekommt KEIN klassisches Ticket. Alles ist mit dem Reisepass verknüpft. Der wird am Eingang gescannt und dann darf man in den Bahnhof und in den Zug. So funktioniert das auch bei Flügen, Museen oder Freizeitparks.
1) Yangshuo – Feenberge mit dem Fahrrad erkunden
Yangshou liegt in Hunan und empfing uns mit einer unwirklichen Welt. Hier hat die Natur große Erdkegel sanft in die Ebene geschliffen, dazwischen schlängeln sich idyllisch kleine Flüsse, grüne Felder und kleine Wege

Morgens lag oft ein mystischer Morgennebel zart über dem Wasser und die Kormoran-Fischer warteten mit ihren Bambusflössen auf die (fast nur) chinesischen Touristen. Heute sind die Kormorane allerdings meist eher ein Fotomotiv für chinesische Touristen als Hilfe für den Fischfang.

Wir wollen das Tal aber per Fahrrad erkunden. Schaut Euch das VIDEO an.1



2) Fènghuáng – Phönix und Stadt der Lichter
Mit dem Zug ging es dann ca. 500 km weiter nördlich nach Fènghuáng – 凤凰 / 鳳凰 – bedeutet Phönix. Doch anders als der westliche Feuervogel steht der chinesische Fènghuáng nicht für die Wiederauferstehung aus der Asche, sondern für Harmonie, Tugend, Glück und Schönheit. In der chinesischen Symbolwelt ist er außerdem eng mit der Kaiserin verbunden, während der Drache traditionell für den Kaiser steht.
Da viele Chinesen in Europa einen westlichen Zweitnamen haben, drehten wir den Gedanken einfach um. Sylvia bekam von uns den Namen Fènghuáng, der Phönix, und ich wurde zu Lóng – dem Drachen. Die Chinesen fanden das herrlich und amüsierten sich köstlich, wenn wir uns mit diesen Namen vorstellten.

Fènghuáng ist auch eine sehr alte, historische Stadt, mit denkmalgeschützten Pfahlbauten (Diaojiaolou 吊脚楼) und engen Gassen. Nachts verwandelt sich die Stadt in eine leuchtende Kulisse aus bunten Lichtern und warmen Farben. Schaut Euch das VIDEO an.


3) Furong – Wasserfall mitten in der Stadt

Nur 30 Min. mit Zug entfernt liegt Furong, das früher Wangcun hieß. Aber 1986 drehte hier der berühmte Regisseur Xie Jin den erfolgreichen Film „Hibiscus (Furong) Town„. Die Touristen kamen zu diesem malerischen Ort in Scharen, waren aber alle erstaunt, dass die Stadt nicht Furong hieß. In China ist man auch pragmatisch, kurzerhand wurde 2007 Wangcun in Furong Town, Ancient City umgetauft und danach kamen noch mehr (fast nur) chinesische Touristen. Schaut Euch das VIDEO an.
Interessanter Weise haben wir in China viele spanische Touristen getroffen. Mit einigen haben wir die Nachmittage verbracht und unsere Erlebnisse ausgetauscht.
Die Speisekarten zu lesen war kein Problem, meistens. Wir haben den Translator oder den Google Translator drauf gehalten und schon kam die Übersetzung. Allerdings umschreiben die Chinesen Ihre Gerichte gerne mit Bildern, so dass uns z.B. die korrekte Übersetzung „Offizieller Buddha springt über die Mauer“ auch nicht viel geholfen hat. Schiebt den Regler zwischen den Bildern hin und her.


Da hilft dann nur ein (lustiges) Bier. Prost.

Sehr schöne Bilder und Beschreibung. Man kann sich gut hineinversetzen.
Danke, dass ich virtuell mit dabei sein durfte.
Gruß Uwe